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DepositPostkoloniale Lektüren hochmittelalterlicher Texte

Der Aufsatz spricht sich für eine intensivere Auseinandersetzung der germanistischen Mediävistik mit den Postkolonialen Studien aus. Diese haben seit den 1970er Jahren im englischsprachigen Raum eine wirkmächtige Diskussionskultur ausgebildet, die seit der Jahrtausendwende auch auf die Mediävistik übergreift, im deutschsprachigen Raum aber bisher kaum rezipiert wird. Um zu zeigen, dass eine Postkoloniale Mediävistik möglich und sinnvoll ist, wird die Frage diskutiert, ob es einen mittelalterlichen Kolonialismus gibt und es wird erörtert, worauf sich das ›Post‹ in ›postkolonial‹ bezieht. Ein kurzer Blick auf die angloamerikanische Forschung zeigt, welche Wege bereits beschritten wurden. Schließlich werden anhand von fünf hochmittelalterlichen Texten (Gesta Francorum, Willehalm, Rolandslied, Parzival, Herzog Ernst) exemplarische postkoloniale Lektüren vorgestellt. Solche Postkolonialen Lektüren sind, so die grundlegende Annahme, keine kulturwissenschaftliche Spielerei, sondern ein Verfahren zur Auseinandersetzung mit elementaren kulturellen und narrativen Konstellationen.

DepositopenLab. Nexus der Entwicklung in Richtung Openness

Der Beitrag thematisiert die Genese des im Sommer 2017 an der Universität Hamburg gestarteten openLabs, das sich als virtueller Nexus zum breiten Themenfeld der Openness in zahlreichen Facetten und mit Ziel der mittelfristigen Etablierung einer Practice of Open Science (POS) versteht und die Ansätze bestehender Projekte zielgruppenübergreifend vernetzt.

DepositDie Farb- und Tintenrezepte des Cod. germ. 1 der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und ihre Vorlagen

Edition von 41 Farb- und Tintenrezepten zur Buchherstellung aus der Handschrift Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, Cod. germ. 1 mit einem textgeschichtlichen Kommentar. Marco Heiles, Die Farb- und Tintenrezepte des Cod. germ. 1 der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und ihre Vorlagen, in: Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte 1 (2018), S. 13-61, https://mittelalter.hypotheses.org/11576.

DepositDie private Kontroverse des G.W. Leibniz mit sich selbst. Handschriften über die Infinitesimal­rechnung im Jahre 1702

The paper deals with Leibniz’s manuscript writings on the foundation of infinitesimal calculus since 1702: the mathematician’s late theory, and the preparatory works to his “Cum prodiisset atque increbuisset”, are presented. An edition of Leibniz’s unpublished DEFENSE DU CALCUL DE DIFFERENCES is provided as an Appendix.

DepositVom Ketzerkönig zum christianissimus rex. Politische Dimensionen der homöischen Christologie: Afrika im 5. und 6. Jahrhundert mit einem Ausblick nach Spanien

Das vandalische Afrika gilt als Musterbeispiel des „Kirchenkampfs“ zwischen homöischen Barbaren und katholischen Römern. Kronzeugen sind Victor von Vita, Fulgentius von Ruspe und Quodvultdeus von Karthago. Etwa 50 Jahre nach dem Ende der Vandalenkönige in Afrika 533 kam es in Spanien zum Ausgleich zwischen Katholiken und Homöern. Die westgotischen Könige beendeten mit dem 3. Konzil von Toledo im Mai 589 die konfessionellen Auseinandersetzungen auf der spanischen Halbinsel. Dem Gotenkönig wurde von katholischen Schriftstellern rasch politisches und religiöses Charisma zugeschrieben, das dem eines Kaisers kaum nachstand. Johannes von Biclaro verglich Reccared (586–601) mit Konstantin dem Großen. Das westgotische Beispiel zeigt, wie eng die Verbindung von homöischem Klerus und gotischer Elite war und wie viel Konfliktpotential in diesen Strukturen lag. Königliche Herrschaft hatte offenbar im 6. Jahrhundert nur durch die Unterstützung einer funktionierenden katholischen Kirche eine Zukunft. Im 5. Jahrhundert dagegen versuchten mehrere vandalische Herrscher eine homöische Kirchenstruktur zu etablieren. Wie weit war nun das vandalische Afrika tatsächlich von einer „spanischen Lösung“ entfernt? Was sind die politischen Implikationen der Christologie und der Klerikerkreise, die diese trugen? Wie und warum konnten sich verschiedene Kirchen in den poströmischen Regna formieren?

DepositGruppen und Identitäten. Gedanken zur Bezeichnung „vandalisch“

Zwischen dem 5. und der Mitte des 6. Jahrhunderts bestand das Regnum der Vandalen und Alanen wie eine Reihe berberischer Territorien im römischen Nordafrika, welches sich in der althistorischen, mediävistischen und archäologischen Forschung zusehends als Testfall für ein besseres Verständnis der Umgestaltung der römischen Welt in Spätantike und Frühmittelalter erweist. Auf einer Tagung des Instituts für Mittelalterforschung der ÖAW gemeinsam mit dem Institut zur Interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines Nachwirkens (IEMAN), Paderborn wurde im Jänner 2005 den Fragen des „Werdens“ einer vandalischen Identität nachgegangen. Die Teilnehmer/innen der Tagung, eine internationale Forschergruppe aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, Tunesien, Ungarn und den Vereinigten Staaten, verfassten insgesamt 18 Beiträge, die nun der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorgelegt werden. Dabei spielen die nahezu völlig ungeklärten Bezüge zu frühgeschichtlichen Sachkulturen des östlichen Europa genauso eine Rolle, wie die vandalischen Migrationen durch das Imperium Romanum und die Strukturen der nordafrikanischen Provinzen im 5. und 6. Jahrhundert. Die seit den 1950er Jahren vernachlässigte und in den letzten Jahren wieder lebendige internationale Forschung zur Geschichte der Vandalen, Alanen wie Berber und der afrikanischen Provinzen soll mit diesem Band durch Antworten aus unterschiedlichen disziplinären Blickwinkeln weiter angeregt werden. Gedruckt mit Unterstützung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung

DepositInterview with Prof. Dr. Richard Florida: reflections on the creative economy

Richard Florida is one of the world’s leading urbanists. He is a researcher and professor, serving as University Professor and Director of Cities at the Martin Prosperity Institute at the University of Toronto, a Distinguished Fellow at New York University’s Schack Institute of Real Estate, and a Visiting Fellow at Florida International University. He is a writer and journalist, having penned several global best sellers, including the award winning The Rise of the Creative Class and his most recent book, The New Urban Crisis published in April 2017. He serves as senior editor for The Atlantic, where he co-founded and serves as Editor-at-Large for CityLab. He is an entrepreneur, as founder of the Creative Class Group which works closely with companies and governments worldwide. A 2013 MIT study named him the world’s most influential thought leader. And TIME magazine recognized his Twitter feed as one of the 140 most influential in the world. He previously taught at Carnegie Mellon, Ohio State University, and George Mason University, and has been a visiting professor at Harvard and MIT and Visiting Fellow at the Brookings Institution. He earned his Bachelor’s degree from Rutgers College and his Ph.D. from Columbia University. For more information about Richard Florida and his work: http://www.creativeclass.com/

DepositWider den Leerstand. Die Tempelreinigung in Mt 21,12–16 als Raumkonflikt

Der Beitrag liest die mt Erzählung über die Tempelreinigung Jesu in Mt 21,12-16 vor dem Hintergrund des mt Raumkonzepts. In Auseinandersetzung mit Mt 11,1-16,20; Mt 8f. und Mt 10 werden dabei Raumstrukturen ebenso in Grundzügen erhellt wie spezifische Konnotationen räumlicher Terminologie (vgl. etwa Stadt, Synagoge und Haus). Zusammen mit Mt 12,29.43-45 bilden diese Texte die Folie für eine neue Interpretation von Mt 21,12-16, die besonders den Raumkonflikt für ein neues Textverständnis fruchtbar macht. Against Emptiness. Jesus’ Cleansing of the Temple in Matt 21:12-16 as a Conflict over Space This article analyses the Matthean account of Jesus’ cleansing of the temple (Matt 21:12-16) against the backdrop of a Matthean concept of space. Aspects of spatial structures and specific meanings of spatial expressions (like city, synagogue and house) are brought to light by considering Matt 11:1-16:20; Matt 8-9 and Matt 10. Together with Matt 12:29.43-45 these texts provide the background for a new interpretation of Matt 21:12-16 with a special focus on the conflict over space.