• Der Text widmet sich dem dramatischen Werk von Nelly Sachs, das bislang in der Forschung kaum Beachtung gefunden hat. Vor allem wurde die Brisanz der Ritualität ihrer Dramen noch nicht gesehen: Im Wissen um die nationalsozialistische Instrumentalisierung ritueller Formen im Dritten Reich sind es gerade sie, auf die Nelly Sachs nach dem Ende des nationalsozialistischen Terrors zurückgreift. Die jüdische Schriftstellerin eignet sich damit ihr eigenes religiöses und kulturelles Erbe wieder an und gibt das Rituelle als grundlegende menschliche Ausdrucksform eben nicht ein für alle Mal an die Nationalsozialisten verloren.