• Draft Version des Beitrags: In dem vorliegenden Artikel möchten wir der Frage nach den Möglichkeiten eines weiblichen bzw. feministischen Zugangs zu wissenschaftlicher Forschung in verschiedenen Hinsichten beleuchten. Wir werden uns dem Thema exemplarisch anhand des Forschungsfeldes der Primatologie zuwenden, wobei die Antwort auf die Frage, weshalb wir uns gerade für diese Disziplin entschieden haben, sehr eng mit den Beobachtungen und Befunden der einzelnen Kapitel verwoben ist und sich im Verlauf des Artikels klären wird. Ein Teil der Antwort ergibt sich so beispielsweise bereits aus einem rein statistischen Phänomen der Beschäftigungszahlen innerhalb dieser Disziplin, da hier im Verhältnis zu anderen naturwissenschaftlichen Forschungsfeldern ungewöhnlich viele Frauen beschäftigt sind. Es lässt sich daher fragen, 1) weshalb so viele Frauen im Feld der Primatologie arbeiten, was diese Wissenschaft besonders attraktiv für Forscherinnen macht, bzw. inwiefern sie besonders frauenfreundlich ist. Zudem lässt sich vor diesem Hintergrund überlegen, 2) ob, und falls ja, was Forscherinnen in ihrer Arbeit gegenüber ihren männlichen Kollegen besonders auszeichnet. Anders formuliert, gilt es zu untersuchen, was ein spezifisch weiblicher Zugang im Unterschied zu einem traditionellen Selbstverständnis von Wissenschaft leisten kann und inwiefern dies über eine essentialistische Rollenzuschreibung hinausgeht. Da die Primatologie in dem von uns untersuchten Diskurs als „feministische Wissenschaft“ oder „Goddess’s Discipline“ bezeichnet wird, bzw. die feministischen Kritiken der Primatologie als eine der „erfolgreichsten Interventionen innerhalb der Biologie“ wahrgenommen werden, wenden wir uns ebenfalls der Frage zu, ob es sich 4) bei der Primatologie um eine feministische Wissenschaft handelt. Zuvor muss jedoch geklärt werden, was man 3) unter diesem Begriff und den ihm an- und abgrenzenden Konzepten verstehen kann.