Narahari Rao: Verstehen einer fremden Kultur (essay) (1989)

Abstract (German) (Text als Anhang): Für das Verstehen einer anderen Gruppe verwenden wir notwendigerweise Begriffe, die aus unserem Milieu oder unserer Lebenswelt stammen. Wann ist der Gebrauch dieser Begriffe eher ein Hindernis als eine Hilfe zum Verstehen? Um zwei Arten des Gebrauchs zu explizieren, die solche Hindernisse bilden, führt der Text Beispiele für zwei typische Situationen des interkulturellen Diskurses ein, denen wir häufig begegnen.

(i) Der erste besteht darin, daß der Andere als Gegenbild zum Selbst konstruiert wird (Gegenbildkonstruktion).

(ii) Der zweite ist so beschaffen, daß der Andere eine einseitige Entwicklung einer Dimension der eigenen Lebensweise ist (Eindimensionalität des Anderen).

Diese beiden Arten des Gebrauchs sind nicht nur soziologischen Theorien des 19. Jahrhunderts über nicht-europäische Gesellschaften inhärent sind, sondern veranschaulichen, wie unser Reden über beliebige nicht-europäische Gesellschaften ein bestimmtes Muster aufweist. Die Hauptthese des Textes besteht darin, daß in der soziologischen Theoriebildung des 19. Jahrhunderts ein Definitionsverfahren mit einem Konstruktionsverfahren für die Weltanschauung anderer Kulturen verschmolzen wird. Unsere gegenwärtigen Verfahren des Verstehens sind eine direkte Fortsetzung dieser Tradition.

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