• Varna und die Folgen – Überlegungen zu den Ockergräbern zwischen Karpatenbecken und der nördlichen Ägäis

    Author(s):
    Dan Ciobotaru, Raiko Krauß, Clemens Schmid (see profile) , Vladimir Slavchev
    Date:
    2016
    Subject(s):
    Balkans, Prehistoric archaeology
    Item Type:
    Book section
    Permanent URL:
    http://dx.doi.org/10.17613/M64C1J
    Abstract:
    In zwei zeitlich getrennten Phasen treten ab Mitte des 5. bis zum Beginn des 3. Jts. im Areal von der nördlichen Schwarzmeerküste bis in das östliche Karpatenbecken sogenannte Ockergräber auf. Im Kontext der kupferzeitlichen Tellkulturen des 5. Jts. wird die Beigabe von Ocker erstmals Teil des Bestattungsrituals auf ausgedehnten Gräberfeldern. Diese Entwicklung spielt sich zeitlich parallel zu ersten Ockerbestattungen im nordpontischen Steppengebiet ab. Der rein chronologische Beleg einer einfachen Übernahme des Ritus von dort ist vor dem Hintergrund neuer Datierungen allerdings in Frage zu stellen. Stattdessen muss eine komplexe, langwierige Wechselbeziehung der Kulturgruppen diskutiert werden. Die jüngsten Datierungen eröffnen über diese Erkenntnis hinaus eine Perspektive für die bisher nur ungenügend geklärte Frage der Laufzeit des Gräberfeldes Varna I und dessen herausragenden Ockerbestattungen. Während der frühen Übergangsperiode von der Kupfer- zur Frühbronzezeit lassen sich Kontinuität und Differenzierung des Totenrituals, auch mit Ockerbestattungen, in Cernavoda I und beim Scheibenhenkelhorizont relativ klar verfolgen. Dagegen sind die Bestattungen der darauffolgenden Kulturgruppen Cernavoda III und Boleraz archäologisch schlechter fassbar. Dem Cernavoda I-Horizont sind die letzten älteren Ockerbestattungen zuzuordnen. Es scheint eine Unterbrechung des Ockerbestattungsritus im Cernavoda III-Horizont zu folgen, bis ab frühestens 3400 calBC Ockerbestattungen mit frühbronzezeitlichem Inventar auftreten. Der damit eingeleitete Horizont der jüngeren Ockergräber ~3300-2600 calBC ist räumlich mit einem Kontaktareal von Baden, Cotofeni und einwandernden Jamnaja Gruppen im östlichen Karpatenbecken bis zum Donauunterlauf assoziiert. Das Wiederauftreten der Ockergräber im westlichen Schwarzmeerraum muss entsprechend mit einem Einfluss der nordpontischen Steppengebiete in Verbindung gebracht werden.
    Metadata:
    Published as:
    Book section    
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    Last Updated:
    1 year ago
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